Biotonne im Sommer - Abhilfe gegen Maden und Gestank

Jeder braucht sie, doch keiner kann sie riechen: die allseits beliebte Biotonne.

Die meisten Menschen ekelt es schon, wenn sie nur daran denken. Mücken, Maden, Schimmel, Gestank. Da ist es nicht verwunderlich, wenn der familiäre Frieden immer wieder daran zerbricht, wenn die Diskussion startet, wer den Biomüll denn rausbringen soll. Da sich niemand gern mit faulenden Dingen beschäftigt, ist das Thema oft ein Selbstläufer. Die Tonne verwahrlost und wird eben genutzt, ohne wirklich darüber nachzudenken, wie man sie denn nutzt. Aber was gibt es da schon zu beachten? Deckel auf, organische Abfälle rein und zufallen lassen. Rette sich wer kann! Die Mücken sind sowieso schon hinter einem her! Tatsächlich gibt es Mittel und Wege, wieder Freundschaft mit dem schwarzen Loch zu schließen. Gut, vielleicht ist Freundschaft etwas übertrieben, aber ein bisschen Respekt schadet nie. Wir haben Dir die wichtigsten Grundsätze zusammengestellt, die verhindern, dass Maden Dich früh am Morgen lächelnd angucken. Fangen wir an!


Um einen Bioreaktor abzuwenden muss man eigentlich nur wenig beachten und wissen. Zu allererst geht es darum Feuchtigkeit so gut es geht abzuwenden. Mikroorganismen brauchen, genauso wie wir, ein bisschen Wasser, um zu funktionieren. Lass Deinen Müll oder das geschnittene Gras also etwas antrocknen, bevor Du es in den Schlund wirfst. Generell feuchte Reste, kannst Du mit Zeitungspapier umwickeln. Das saugt das Nass etwas auf und hilft Dir dabei, Geruchsbildung zu unterbinden. Du kannst auch den Boden mit einer Schicht Zeitungspapier bedecken, um absickerndes Wasser zu binden. Achte aber darauf, kein Farb- oder Hochglanzpapier zu verwenden. 


Wärme ist der nächste wichtige Faktor. Je wärmer, desto schnelle laufen mikrobielle Prozesse ab. Das bedeutet, gönn Deiner Tonne ein schattiges Plätzchen im Sommer. Du darfst dabei aber nicht auf die Idee kommen, Deine Tonne in einem geschlossenen Raum unterzubringen. Hier läufst Du durch mangelnde Luftzirkulation Gefahr, dass sich Pilzsporen in der Luft konzentrieren, was uns direkt zum letzten wichtigen Punkt bringt, der die beiden anderen Punkte etwas vereint: Belüftung.


Deine Biotonne darf nie zu dicht gepackt werden. Stopfst Du Deine Reste in den Behälter, kuscheln sich die Abfälle zu dicht aneinander. Dann beginnen Faulprozesse und es wird wieder warm. Jede Luftzirkulation ist gestoppt. Um die Tonne optimal zu belüften, damit diese auch durchtrocknet, kannst Du die Schichten mit Reisig und kleinen Ästen auflockern… und eben einfach nicht stopfen.


Im Prinzip war es das auch schon, wenn Du auf Nässe, Wärme und Belüftung achtest, vermeidest Du das Schlimmste! Darüber hinaus gibt es ein paar Selbstverständlichkeiten und Tipps, die wir Dir nicht vorenthalten wollen. Halte Deine Tonne geschlossen, um zu verhindern, dass sich Ungeziefer einnistet. Klingt logisch, oder? Falls das dennoch passiert ist und sich Maden in Deiner Tonne tummeln, hilft eine 3-5 cm dünne Schicht Erde, um diese Unholde vom Behälterrand fern zu halten. Du darfst Deine leere Tonne übrigens auch mal gründlich ausspülen, damit Du die Mikroorganismen-Generation nicht direkt in die nächste Runde mitnimmst (und sie für Familienmitglieder wieder ansehnlicher ist). Hier ist aber zu beachten, dass in vielen Gemeinden dieses Abwasser nicht in die Gullis geleitet werden darf. Einfach mal vorher Informieren.


Mit all diesen Tipps bleibt Deine Biotonne zwar trotzdem was sie ist, aber vielleicht ist es dann nicht mehr ganz so schlimm, wenn der Müll rausgebracht werden muss.